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DEG-Projekt: PPP-Projekt E 2256

Entwicklung eines Konzeptes zum Schutz der Wasserressourcen und zur Stabilisierung der Energieversorgung durch Verwertung fester Siedlungsabfälle in Mexiko

Vorstellung des mexikanischen Partners - Gemeinde Naucalpan

Im Rahmen des DEG-Projektes arbeiten die deutschen Partner mit der nordwestlich von Mexiko-Stadt gelegenen Gemeinde Naucalpan zusammen. Der Kontakt zu der Gemeinde kam durch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unter Mitwirkung des Vereins enviMV e.V. sowie der envitecpro GmbH zustande. Die Gemeinde Naucalpan kooperiert bereits eng mit der GIZ im Rahmen des gemeinsamen Projektes "Energetische Nutzung städtischer Siedlungsabfälle". Diese Zusammenarbeit schafft diverse Synergieeffekte zwischen den jeweiligen Vorhaben bzw. bildet daher die Grundlage für eine erfolgversprechende Umsetzung des DEG-Projektes. Im November 2016 besuchten die deutschen Projektpartner die Gemeinde Naucalpan, um sich vor Ort einen Überblick über die abfallwirtschaftliche Situation bzw. über den Stand der Energieversorgung zu verschaffen. Die Abfallwirtschaft beschränkt sich weitgehend auf das Abholsystem der städtischen Müllabfuhr. Der ungetrennte Abfall wird in Säcken von den Abfallsammelfahrzeugen (ASF) eingesammelt, auf der gemeindeeigenen Abfallumschlagstation auf größere LKW verladen und zur Deponie verbracht. Die Gemeinde verfügt über ca. 140 ASF, um den anfallenden Abfall (ca. 900 t/d) abzutransportieren. Eine gezielte Sortierung, Wertschöpfung durch Recycling oder eine sonstige Behandlung findet nicht statt.

DEG-ProjektBild 1: Besuch der Abfallumschlagstation in Naucalpan
DEG-ProjektBild 2: Meeting in der Gemeindeverwaltung Naucalpan

Mexiko beabsichtigt, den Ausbau der erneuerbaren Energien durch ein von der Regierung festgelegtes Gesetz künftig zu verstärken. Bis 2024 sollen etwa 35% der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien bezogen werden. Diesbezüglich hat der mexikanische Staat im Jahre 2013 die Monopolstellung der Comisión Federal de Electricidad (CFE), der nationalen Kommission für Elektrizität, durch den Markteintritt privatwirtschaftlicher Unternehmen stark beschnitten. Obwohl die Liberalisierung des Marktes den Ausbau erneuerbarer Energien begünstigt, hat die CFE weiterhin die Kontrolle über das öffentliche Stromnetz. So erfolgt ein Großteil der Energieversorgung auch in Naucalpan durch staatliche Strukturen. Derzeit ist der Anteil der erneuerbaren Energien in Naucalpan gering. Lediglich einige private Unternehmen verfügen über eigene Biomasseanlagen zur Energiegewinnung bzw. existieren kleinere private Photovoltaikanlagen.

Im Mai 2017 erfolgte im Rahmen eines 3-wöchigen Praktikums ein erstes Treffen mit vier mexikanischen Experten auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft und der Energieerzeugung in Deutschland. Ziel des Praktikums war es einerseits, den Delegationsteilnehmern einen Eindruck vom aktuellen Stand der modernen abfall- und energietechnischen Lösungen in Deutschland zu vermitteln.

Das Programm umfasste beispielsweise Besichtigungen bzw. Workshops bei der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) mbH, der Schweriner Abfallentsorgungs-und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) mbH, im Landeszentrum für erneuerbare Energien sowie bei der WEMAG AG Schwerin. Der Besuch der Bioabfallverwertungsanlage der SAS stieß auf große Resonanz, da seitens der mexikanischen Gemeinde ein starkes Interesse bezüglich der energetischen Nutzung von organischem Abfall besteht. Die Gemeinde plant die Einführung eines Sammelsystems zur getrennten Erfassung von Bioabfällen und deren Verwertung zur Erzeugung und Nutzung von Biogas (ähnlich der Anlage in Schwerin).

DEG-ProjektBild 3: Besuch der Abfallumschlagstation des OVVD v.l.n.r.: Sergio Meza Luna (Naucalpan), Hugo Alejandro Rosales Rodriguez (Naucalpan), Sergio Rodríguez Muñoz (Naucalpan), Katharina Häusler (S.I.G.) Franz Holke (Übersetzer), Annika Burck-hardt (BNU), Annibal Bram Falcon (Naucalpan).
DEG-ProjektBild 4: Abschlussworkshop in Deutschland. v.l.n.r.: Frank Zörner (BNU), Burckhard Tscherpel (S.I.G), Annika Burckhardt (BNU), Sergio Meza Luna (Naucalpan), Johann Walther (Übersetzer), Annibal Bram Falcon (Naucalpan). Fotos: Katharina Häusler (S.I.G.)

Neben zahlreichen Treffen mit verschiedenen Unternehmen und einem intensiven Erfahrungsaustausch bzw. -transfer wurde zudem der weitere Projektverlauf diskutiert. Die Schwerpunkte des gemeinsamen Projektes konzentrieren sich auf die konzeptionelle Entwicklung einer mechanisch-biologischen Behandlungsanlage sowie einer Photovoltaikanlage. Diesbezüglich ist im November 2017 eine weitere Delegationsreise mexikanischer Entscheidungsträger nach Deutschland geplant, um die konzeptionellen Planungsansätze weiter zu präzisieren.

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